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Hallo Leute,
ich habe das vorher alles nur diagonal gelesen und da einiges gefunden, was ich nicht so ganz unterstützen kann.
@Namron: Du schreibst da was von zweimal rezessiv. So was gibt es nicht. Es gibt entweder dominant, rezessiv oder kodominant. Kodominante Vererbung wäre vorhanden, wenn die Nachkommen irgendwie mischfarbig wären. (Dafür spricht zum Beispiel Harrys Aussage, daß die Jungfische teilweise viel heller sind. Dazu aber unten mehr)
Ich möchte euch nicht die Hoffnung nehmen. Mendels Regeln gelten nur für Kreuzungen innerhalb einer Art. Bei Überschreitungen der Artgrenzen kann das ganz anders aussehen.
@Rolo: Albinismus wird nur über ein Gen vererbt - zumindest beim Menschen. Da ist ein Enzym namens Tyrosin-Hydroxylase defekt (Es gibt noch einen Typ II mit anderem Defekt. Habe leider zu wenig Literatur hier). Wenn mann davon ausgeht, daß die beiden Elterntiere beide reinerbig sind, dies aber in verschiedenen Genen ( - ist möglich weil verschiedene Arten, z.B. m: Gen1 defekt, Gen2 normal, w: Gen1 normal, Gen2 defekt), dann haben die Nachkommen garantiert alle von jedem Gen ein defektes Allel. Deswegen müßten auch bei der Rückkreuzung (bzw. F1-Verpaarung), wenn sie denn nach Mendel funktioniert, garantiert albinotische Nachkommen dabei sein - wenn auch nur 6,67%
Harrys Aussagen bezüglich der verschiedenen Färbungen lassen sich mit etwas Phantasie auch erklären: (Rezessiv)-Heterozygote sind meist phänotypisch etwas anders als Dominant-Homozygote. Als Beispiel leider wieder nur etwas medizinisches: bei der PKU (Phenylketonurie) haben Heterozygote einen höheren Phenylalanin-Spiegel im Blut als homozygot-gesunde, weil ja 50% der synthetisierten Phenylalanin-Hydroxylasen defekt sind. Wenn wir das jetzt auf unsere jungen Ancistrus übertragen, sieht das so aus: das Weibchen war noch blasser, hatte ich weiter oben glaube ich gelesen - es hat also einen noch schwerwiegenderen Defekt als das Männchen - es kann z.B sein daß die Enzymaktivität beim Weibchen 0% ist, beim Männchen aber noch 10% (wodurch noch etwas Pigment gebildet werden würde). Wenn wir jetzt noch zugrundelegen, daß wir hier nicht von einer Art sprechen und daß es Genetic Imprinting gibt, hat sich bei einem Teil der Jungfische das Pigmentgen der Mutter und bei dem anderen Teil das Pigmentgen des Vaters durchgesetzt. Weil der Defekt bei der Mutter schwerwiegender ist, sind auch die Jungfische heller...
Tut mir leid, wenn es wieder mal zu wissenschaftlich war.
Gruß, Martin.
P.S. Moonie, es ist sehr unwahrscheinlich, daß alle 25% albinotischen Jungfische vorher sterben. Auch wenn sie sensibler sind. Genkopplung ist glaube ich zuweit her geholt.
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