Thema: Rückwand
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Alt 17.02.2004, 11:21   #4
Claus Schaefer
L-Wels
 
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Hi,

das war schon oft Thema in Zeitschriften. Allerdings ist der jüngste zu lesende Artikel dazu nicht allzu empfehlenswert.
Auch da wird Kunstharz verwendet. Das ist ebenso überflüssig (und zu teuer) wie Glasfasermatten.
Gefährlich ist auch PU-Schaum, weil sich im Schaum offensichtlich Giftstoffe halten, die die Fische umbringen können, falls einmal eine Bruch- oder Bisskante (durch Anraspeln etwa) entsteht und das Gas (?) mit dem Wasser in Kontakt kommt.
Auch der „Aquarienzement“ hat Nachteile: Wenn er in dicker Schicht aufgebracht wird, ergibt das ein Gewicht, dass die Rückwand schon bei kleinen Bewegungen brechen lässt. Außerdem härtet er zumindest zu Anfang das Wasser gehörig auf.

Als praktikabelste Lösung schlage ich das hier vor:
Eine dicke Styroporplatte (je nach Aquarienformat 3 bis 10 cm – je dicker die Platte, desto mehr Struktur ist möglich) wird erst einmal mit einer Gabel, einem Messer oder den Fingernägeln so strukturiert, wie man das haben möchte. Feinere Übergänge kann man jetzt schon mit einer Drahtbürste hinbekommen. Will man noch mehr, also vielleicht Überhänge, Höhlen etc., kann man vorgeformte zusätzliche Stücke mit Silikon aufkleben. Dabei das Silikon nicht am Rand, sondern nur in der Mitte aufbringen, sonst brennt man es nachher mit ab.

Das Glätten macht man am besten im Freien (!) mit einem kleinen Gasbrenner (für Feuerzeuggas) für ein paar Euro aus dem Baumarkt; Feuerzeug mit großer Flamme geht auch. Ein Lötkolben zieht Fäden, und die Spitze ist danach versaut.

Die Oberflächenbehandlung ist ganz einfach: Dispersions- bzw. Abtönfarbe oder Acryllack wird mit feinem Sand so gemischt, dass ein weicher, zementähnlicher Brei entsteht, den man mit einem dicken Pinsel aufträgt.

Wenn das angetrocknet ist, kann man farblich weitergestalten, wobei man am besten mit verschiedenen Farben (bzw- Farbmischungen) nass in nass arbeitet, damit es keine sichtbaren Farbkanten gibt. Als Grundaustattung würde ich Schwarz, Weiß (zum Aufhellen), Braun und evtl. Grün nehmen, aber das muss jeder selbst herausfinden.

Das Ganze muss wegen der dicken Farb-Sandschicht mindestens eine Woche aushärten und durchtrocknen. Dann wird es in lauwarmem Wasser (Badewanne) noch zwei oder drei Tage gewässert.
Die Schicht ist hart wie Zement und selbst von größeren Fischen schwer zu beschädigen.

Die wieder trockene (!) Rückwand wird in das Aquarium entweder unter eine Glasstrebe geklemmt (und unten mit ein paar Steinen am Auftreiben gehindert) oder mit Silikon an der Rückscheibe angeklebt. Das ist allerdings weniger schön, wenn man die Wand später einmal wieder entfernen möchte, dann bleiben nämlich Schatten der Verklebung sichtbar.

Das ist jetzt nicht erfunden, sondern von mir x-mal durchexerziert – von 60 bis 220 cm Länge. Ach so, bei großen Aquarien empfiehlt sich eine Stückelung, die man später nicht mehr sieht, wenn die Teile einander überlappen. Ein großes Stück bricht leicht und ist auch kaum heil (Querstrebe!) ins Becken zu bekommen.

Viel Spaß beim Basteln
Claus

PS: Alle meine Aquarien haben übrigens mittlerweile wieder lediglich schwarze Pappe als Hintergrund. Die ist garantiert ungiftig, kostet fast nix und nimmt keinen Platz im Wasser weg.
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