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Originally posted by lfan@14th April 2004 - 13:25
Die Aussage, dass unsere Tiere in der Natur auch mit den Parasiten leben müssen ist ein grosser Irrtum. Nach Aussage von Dieter Untergasser konnte bei einer grossen Zahl frisch gefangener Discusfische und Welse bei anschliessenden Untersuchungen kein Parasitenbefall festgestellt werden. Man muss also davon ausgehen, dass die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung weitestgehend vorschont bleiben.
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Tach Uwe!
... und nach Aussage von anderen Forschern, z.B. Prof Dr. Bremer, kann praktisch kein wildlebender Fisch gefunden werden, der nicht irgendwelche Endoparasiten hätte.
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Allgemein: Ein gesunder Fisch hat keine Parasiten!!!
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Zu einem gesunden Fisch zählen für mich ganz andere Aspekte (siehe auch unten)
Ein gesunder Fisch ist (für mich) z.B. einer, der sich evtl. pathogenen Keimen erwehren kann.
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Letztendlich muss jeder Aquarianer für sich entscheiden, was er seinen Tieren zumutet. Ich habe mich nunmal dazu entschlossen meine Tiere konsequent von allen Parasiten zu befreien, weil ich glaube, dies meinen Tieren schuldig zu sein. Ausserdem befreit mich diese Haltung auch von der Verantwortung bei Abgabe von Nachzuchten einige Parasiten weiterzuverbreiten,
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Und genau da sehe ich ein Problem:
Glaubst du nicht, dass gerade die sterile Haltung Probleme bereitet, wenn du Nachzuchten abgibst, die unter diesen Bedingungen aufgezogen wurden, und die dann beim neuen Pfleger unter normalen, vitalen Hälterungsbedingungen gehalten werden?
Ein Lebewesen kann doch nur dann Abwehrfaktoren (Antikörper, Lysozyme, Immunglobuline, Inhibine etc.) gegen parasitäre Krankheiten entwickeln, wenn der Organismus mit den Parasiten in Kontakt kommt.
Jeder Parasit, jeder pathogene Keim muss doch erst einmal eine "Abwehrfront" des Fisches durchbrechen.
Meiner Meinung nach ruft gerade das Konfrontieren von steril aufgezogenen Fischen mit vitaler Haltung erheblichen Stress hervor, indem nämlich das Immunsystem der Tiere plötzlich so stark in Anspruch genommen wird, dass es diese Last gar nicht sofort bewältigen kann, und Schwächung des Organismus und Ausbruch von Krankheiten gerade dann entstehen.
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Was nun das Verfüttern von in der Mikrowelle erhitzten Futtertieren (Cyclops, Moina, Bosmiden, etc.) betrifft ist dies zugegeben nicht artgerecht.
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Ausserdem - wir Menschen essen unser Fleisch ja auch nicht roh. Eine Umwandlung der Eiweiss-Strukturen stellt ja nicht gleichzeitig den Verlust des Nährwertes dar. Vitamine, die durch eine Erhitzung zerstört würden, werden den Tieren über andere Futtersorten zugeführt.
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Mit den Vitaminen geb' ich dir Recht.
Was den Vergleich Mensch/Fisch bzw. rohes Fleisch/erhitzte Futtertiere angeht, halte ich diesen für verfehlt.
Menschen sind Säugetiere und Warmblüter, deren Eiwessverdauung sich von der von Fischen unterscheidet.
Fischmägen haben keine Belegzellen, die in den Säugetiermägen zur Salzsäureproduktion dienen.
Die Salzsäurekonzentration ist in Fischmägen wesentlich geringer als in Säugetiermägen.
Da das Enzym Pepsin aber sein Wirkungsmaximum bei pH 1-2 besitzt, ist die Eiweissverdauung bei Säugetieren effektiver, so dass auch Eiweisse, die durch z.B. Erhitzen denaturiert wurden, aufgespalten und zur Verdauung gebracht werden können.
Ausserdem sollte man meiner Meinung nach beachten, dass der Darm der Futtertiere ebenfalls Enzyme und Bakterien enthält, die der Verdauung im Fischdarm zuträglich sind, und dass Stoffe hormonaler und vitaminähnlicher Wirkungsweise aus dem Organismus der Futtertiere auch den Fischen zugute kommen, allerdings nicht, wenn das alles durch Erhitzen der Futtertiere zerstört wird.
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Aber, wie bereits gesagt, muss jeder Aquarianer diese Entscheidung für sich und seine Tiere selbst treffen und dann mit den Konsequenzen leben.
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Genau!
Und ich werde deshalb immer und überall die vitale der sterilen Hälterung vorziehen.
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Ich habe mich damals zu diesem Schritt entschlossen und die beschriebene Methode für meine Welse aus den o.g. Quellen weiterentwickelt. Seither musste ich nie mehr Medikamente einsetzen und meine Tiere danken mir dies durch eifrige Produktion von Nachkommen - für mich ein Zeichen des Wohlbefindens.
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Ditto mit meiner Methode.
--Michael