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Ernährung der Fische Wie füttere ich meine Welse und Beifische richtig?

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Alt 03.06.2004, 16:36   #1
Baron Ätzmolch
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Mahlzeit!

In einem mit "Welche Pellets/Granulate ???" betitelten Thread

https://www.l-welse.com/forum/index.php?showtopic=4454

sprachen wir vor einigen Wochen über Ernährungsphysiologie bei Fischen und u.a. speziell über das Protein zu Fett Verhältnis von natürlichen Futtertieren sowie das von üblichen Trockenfuttermitteln (und meine Kritik daran).

Offensichtlich hat man sich in der Vergangenheit bei der Fa. Tetra genau über dieses Thema auch (die gleichen) Gedanken gemacht.
Tetra hat 'ne neue Trockenfuttergeneration entwickelt (ganz neu, z.T. noch nicht in den Geschäften erhältlich) und genau das berücksichtigt, was ich damals in dem Thread angeschnitten hatte.

Alle neuen Trockenfutter weisen gegenüber den früheren nun einen erheblich höheren Fettanteil auf (12%), und genau mit den Vorteilen, die sich daraus ergeben, wird nun auf den Packungen geworben.

Zitat-Anfang:
- für höhren Nährwert durch optimiertes Protein-Fettverhältnis.
- zur besseren Nährstoffausnutzung und Futterverwertung.
- für eine geringere Wasserbelastung und weniger Algen.
Zitat-Ende.

Auch auf der Tetra Webseite findet man Infos zu den neuen Futtermitteln:

>>Ganz neu im Tetra Sortiment sind ab sofort die Crisp-Futter TetraMin Crisps und TetraPro in den Varianten Pro, Colour und Vegetable.

Alle neuen Crisp-Futter besitzen einen besonders hohen Nährwert, da sie in dem einzigartigen Tetra Niedrigtemperatur-Schonverfahren hergestellt werden. Dieses Herstellungsverfahren garantiert in Kombination mit dem optimierten Protein-Fettverhältnis im Crisp eine besonders gute Verwertung des Futters und führt somit zu einer geringeren Wasserbelastung. Die Proteine werden zum Wachstum verwendet und die Fette zur Energiebildung.
Denn im Gegensatz zur menschlichen Ernährung ist Fett für den Fisch ein wichtiger und wertvoller Energie-Lieferant. Die Fische wachsen besser, sind aktiver und haben eine erhöhte Widerstandskraft. Durch die bessere Nährstoffausnutzung und Futterverwertung wird das Wasser deutlich weniger
belastet und es entstehen weniger Algen.<<

Schön zu sehen, dass sich auf dem Trockenfuttermarkt anscheinend doch noch einiges (innovatives) tut.
Bin gespannt, ob (und ggf. wie) die anderen Hersteller reagieren.

BTW, weil wir auch in besagtem Thread über Störfutter sprachen, hier nur mal zum Vergleich die Qualitätsanalyse der Sera "Stör-Perlets" und der neuen Tetra Produkte:

Sera Stör-Perlets: Rohprotein 45,3%, Rohfett 15,9%, Rohfaser 3,2%, Rohasche 10,1%, Feuchtigkeit 6,2%
Neue Tetra Futter: Rohprotein 46%, Rohfett 12%, Rohfaser 3%, Rohasche 11%, Feuchtigkeit 8%

Frappierende Ähnlichkeit, was? Nur sind die Stör-Perlets natürlich WESENTLICH preisgünstiger...

--Michael
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Alt 04.06.2004, 10:21   #2
L172
Cascudo
 
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Hallo!

Hat jemad Erfahrungen mit den Störpellets für Welse?

Grüße
Christian
__________________
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Alt 04.06.2004, 10:43   #3
Indina
L-Wels Queen
 
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Zitat:
Originally posted by L172@4th June 2004 - 10:25
Hallo!

Hat jemad Erfahrungen mit den Störpellets für Welse?

Grüße
Christian
Hi,

jepp - meine gehen nur zögerlich ran.
Aber es gibt auch leckere Konkurrenz, also wundert mich das nicht.

Aber die Krebse und Garnelen lieben das Zeug. :vsml:

Gruß, Indina
__________________
L18, L46 (+), L134 (+), L200, C. melanotaenia (+)

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Alt 04.06.2004, 13:24   #4
Alexander
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Beiträge: 151
Mein L333 mag die Störpellets auch und selbst die Panzerwelse haben etwas dran rumgeknabber, aber erst nachdem sie etwas aufgeweicht waren.
MFG Alexander
__________________
MFG Alexander


Meine kleine Aquariumwebsite
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Alt 07.06.2004, 19:49   #5
ghostcat
Welspapa
 
Benutzerbild von ghostcat
 
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Beiträge: 163
Hi, :hi:

meine Welse mögen alle das Störfutter von Oase.

NDT

ghostcat (Thomas)

PS. Die Schnecken auch!
__________________
Schützt den Regenwald! - Esst mehr Spechte!

Meine Page: www.ghostcat.de.tl
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Alt 14.12.2007, 20:32   #6
Baron Ätzmolch
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Zitat:
Zitat von Baron Ätzmolch Beitrag anzeigen
Schön zu sehen, dass sich auf dem Trockenfuttermarkt anscheinend doch noch einiges (innovatives) tut.
Bin gespannt, ob (und ggf. wie) die anderen Hersteller reagieren.
Mahlzeit!

Ich kram den Uralt-Thread nochmal aus, weil's manchen vielleicht interessiert, zumal gerade gestern auch wieder über Fütterungsfragen, Nährwert und Zipp und Zapp diskutiert wurde, und weil's hier im entsprechenden Unterforum auch einen gepinnten Thread über die Rohstoffe und Qualitätsanalysen von Trockenfuttermittel gibt.

Vor ca. 4 Jahren hat also die Fa. Tetra ihre Premiummarken TetraPro vorgestellt, mit dem optimierten Protein-Fett Verhältnis etc pp. (siehe oben).

Als Hintergrund nochmal dazu:
In der Nutzfischzucht hatte man vor längerer Zeit schon Versuche mit industriuell hergestellten Futtermitteln gemacht und dabei festgestellt, dass die Tiere bei Fütterung mit proteinreichem Futter, das allerdings relativ wenig Fett enthält, vermehrt Ammoniak ausscheiden, was allerdings nicht erwünscht ist, weil dann die Futterverwertung nicht so gut ist und das Wasser unnötig belastet wird (Nitrifikation etc.).

Ursache dafür:
Wenn zu wenig Fett im Futter vorhanden ist, werden die Aminosäuren aus den Proteinen vermehrt zum Energiegewinn im Betriebsstoffwechsel herangezogen, und vermindert zum Aufbau körpereigener Substanz (Baustoffwechsel). Dies erfolgt unter Abspaltung der Aminogruppe (-NH2), daher stammt dann die verstärkte Ammoniakausscheidung. Der Rest der Aminosäuren (C-Körper) wird dann unter Energiegewinn oxidiert.
Wird aber der Fett-Anteil im Futter erhöht, dann stehen diese Fette u.a. für die Energiegewinnung bereit, die Aminosäuren gehen in den Baustoffwechsel, körpereigene Substanz wird (schneller) aufgebaut, weniger Ammoniak ausgeschieden, das Wasser bleibt unbelasteter, und darauf kommt's in der Nutzfischaufzucht nunmal an - schnelles Wachstum bei möglichst hoher Besatzdichte, also hohe Produktivität.

Und da hat man dann also herausgefunden, dass für diesen ganzen Zusammenhang das Protein:Fett Verhältnis ausschlaggebend ist, und das sollte optimalerweise in etwa 3:1 bis 4:1 betragen.
Außerdem bewegen sich auch die Werte vieler natürlicher Fischnährtiere wie Insektenlarven, Kleinkrebse etc. in diesem Bereich.

Was haben aber Nutzfische mit tropischen Zierfischen zu tun? - Nun, (ernährungs-)physiologisch isses einerlei.

Zierfischtrockenfutter älterer Generation hatten durchgängig einen Proteinanteil von 40-50% und ca. 5-8% Fett, Protein:Fett Verhältnis also bis 10:1, im Hinblick auf oben erwähnte Zusammenhänge also eher weniger optimal.
Was aber auffällt ist folgendes: Seit es die TetraPro Futter gibt, ziehen auf dem Markt neue Anbieter oder etablierte Hersteller mit sog. Premium-Marken offensichtlich nach.

Beispiele: Zwei ganz neue Anbieter von (Süßwasser-)Zierfischfuttermitteln in den letzten Wochen/Monaten:
Red Sea mit den Produkten "TropiGro-Süßwasser" (Protein:Fett 52,5:12,5) und "TropiGro-Cichlid" (50,9:15,2) und die Fa. Söll mit einer ganzen Produktpalette: "Colour flakes" (42:18), "Power flakes" (44:18), "Cichlid flakes" (40:17), "Ciclid pellets" (35:11) etc. etc.

Auffällig: Fettanteil im Futter (im Gegensatz zu älteren Produkten anderer Hersteller) erheblich höher, Protein:Fett Verhältnis durchgängig im Optimalbereich.

Und damit und den Konsequenzen daraus wird dann auch folgerichtig geworben, z.B.

Red Sea: "[...] TropiGro Cichlid [...] reduziert Abfallstoffe und trägt dazu bei, eine exzellente Wasserqualität zu erhalten."
Söll: "Das optimale Protein/Fettverhältnis sorgt für bessere Verdaulichkeit, besseres Wachstum bei weniger Ammonium/Ammoniak- und Nitritbelastung."

Offensichtlich ein Beispiel dafür, dass sich auf dem Zierfischfuttermarkt noch was tut und Beleg dafür, dass Werbesprüche nicht immer nur Sprüche sein müssen, sondern dass auch was Fundiertes dahinter stecken kann.
Erfrischend, dies festzustellen, IMHO, gerade in der Aquaristikbranche.

--Michael

P.S. Die Qualitätsanalyse des ganz normalen Tetra Min Flockenfutters, neueste Ausgabe, weist jetzt einen Fettgehalt von 10% (vormals 8%), bei gleich gebliebenem Proteingehalt, aus.
Baron Ätzmolch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2007, 20:47   #7
Volker D.
 
Beiträge: n/a
Nahmd

Zitat:
Und damit und den Konsequenzen daraus wird dann auch folgerichtig geworben, z.B.

Red Sea: "[...] TropiGro Cichlid [...] reduziert Abfallstoffe und trägt dazu bei, eine exzellente Wasserqualität zu erhalten."
Söll: "Das optimale Protein/Fettverhältnis sorgt für bessere Verdaulichkeit, besseres Wachstum bei weniger Ammonium/Ammoniak- und Nitritbelastung."

Offensichtlich ein Beispiel dafür, dass sich auf dem Zierfischfuttermarkt noch was tut und Beleg dafür, dass Werbesprüche nicht immer nur Sprüche sein müssen, sondern dass auch was Fundiertes dahinter stecken kann.
Erfrischend, dies festzustellen, IMHO, gerade in der Aquaristikbranche.

Schade das es da keine Stiftung Warentest für gibt.
Oder hast du die Werbesprüche überprüft?

Dann kommt die andere Frage

Preis/Leistungsverhältnis.
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Alt 14.12.2007, 21:08   #8
Baron Ätzmolch
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Mahlzeit!

Entschuldige, aber hast Du überhaupt richtig gelesen, was ich geschrieben habe?

Ich habe doch wirklich ausufernd erklärt, dass bei einem ungünstigen Protein/Fettverhältnis die Tiere die Nahrung schlecht verwerten (was Wachstum angeht) und zudem noch vermehrt Ammoniak ausscheiden.
Was sie bei optimiertem Protein/Fettverhältnis nicht tun. Also wachsen sie besser, und das Wasser bleibt unbelasteter.

Und genau das steht in den Werbesprüchen.

Was brauchsten dafür Stiftung Warentest?

--Michael
Baron Ätzmolch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.12.2007, 22:50   #9
Martin G.
Herr der grossen Klappe
 
Benutzerbild von Martin G.
 
Registriert seit: 06.04.2003
Beiträge: 1.981
Hi,

eine Frage an die Biologen: Beim Menschen geht man von einer optimalen Energieverteilung von 50 bis 60 Prozent Kohlenhydraten, 30 Prozent Fetten und dem Rest Aminosäuren aus. Warum spielen Kohlenhydrate in der Fischernährung keine Rolle?

Gruß, Martin.
__________________
Du bist Herr deiner Worte. Aber einmal ausgesprochen beherrschen sie dich.
Bilder aus Uganda...
Redaktion VDA-Arbeitskreis BSSW.
Martin G. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.12.2007, 00:15   #10
Baron Ätzmolch
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Mahlzeit!

Bin zwar kein Biologe, aber versuch's trotzdem mal:

Kohlenhydrate spielen in der Fischernährung so ziemlich dieselbe Rolle wie bei der Ernährung anderer Wirbeltiere auch, da die Um- und Abbaumechanismen sich im Wesentlichen nicht unterscheiden, und auch die Wirkungsweise im Organismus relativ gleich ist.

Wenn allerdings von Qualitätsanalysen von Futtermitteln die Rede ist, fallen Kohlenhydrate scheinbar unter den Tisch, aber eben nur scheinbar, weil die auch bei der tatsächlichen Analyse nicht bestimmt werden, sondern, nachdem Rohfett, -protein, -asche, -faser und Wassergehalt bestimmt wurden, einfach errechnet werden (wobei Rohfaser ja eigentlich auch eine Untergruppe der Kohlenhydrate darstellt).

Das langkettige Gedöns wie Stärke oder Cellulose kann allerdings von nur wenigen Fischarten aufgeschlossen werden (halt hauptsächlich von (spezialisierten) Pflanzenfressern), oder es wird halt mit produktionstechnischen Maßnahmen nachgeholfen, das fischverdaulich zu machen, und sonst haste halt noch kurzkettige Oligosaccharide, Disacharide und Einfachzucker im Fischfutter, die (nach Spaltung) hauptsächlich als Kurzzeitenergiequellen dienen oder bei Mangel der anderen Nährstoffe in Fette umgebaut werden können als auch dann für das Grundgerüst (C-Körper) der nicht essentiellen Aminosäuren herhalten müssen.

--Michael
Baron Ätzmolch ist offline   Mit Zitat antworten
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